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Beate Turner: Bücher und Materialien für den Ethikunterricht

März 8, 2011

Im Unterschied zum Judentum – aber nicht zum Islam – ist das Christentum nach wie vor eine missionarische Religion. Das besondere Augenmerk gilt in diesem Zusammenhang natürlich den Kindern in Kindergarten und Schule.

Der weltanschaulich keineswegs neutrale deutsche Staat unterstützt die Kirchen u.a. dadurch, dass er die Kosten für den Religionsunterricht übernimmt (ca. 3.000.000.000 Euro jährlich) und die Ausbildung des akademischen „Bodenpersonals“ durch die theologischen Fakultäten finanziert.

In vielen Bundesländern wird inzwischen Ethikunterricht als Pflichtfach, Wahlfach oder freiwilliges Fach angeboten. Ein solcher Ethikunterricht sollte weltanschaulich neutral sein. Dass er häufig nicht neutral ist, zeigen die Besprechungen von Ethiklehrbüchern und Materialien durch Beate Turner. Die Autorin zeigt, wie diese Bücher immer wieder implizit oder explizit den Schülern und Schülerinnen problematische christliche Auffassungen nahelegen:

Ergänzendes zur Kritik an Lehrbüchern für den Ethikunterricht in Berlin

Kritik am Ethiklehrbuch „Abenteuer Mensch sein“, Klasse 9

Kritik am Ethiklehrbuch „Eine Welt für alle“, Klasse 9 / 10

Ethiklehrbuch „Abenteuer Ethik 2“, Klasse 9 / 10

Kommentar zum Ethiklehrbuch „Leben leben“ (2008)

Kritik zum Unterrichtsmaterial „Lebensfragen. Kontroversen zur Bioethik“ von www.1000fragen.de – Schüler- und Lehrerheft (Onlinefassung)

Analyse der Informations- und Aufgabenkarten des LISUMs Berlin – Brandenburg zum Thema Christentum

Die Autorin macht nicht nur deutlich, wie schwach die religiös motivierte Argumentation in diesen Texten meist ist, sondern unterbreitet auch selbst viele gute Vorschläge für die schulische Erörterung ethisch relevanter Fragen.

Beate Turners kritische und konstruktive Betrachtungen empfehle ich auch denen, die nicht unmittelbar als Lehrer, Eltern oder Schüler mit dem Ethikunterricht zu tun haben, sich aber für ethische Fragen und deren Diskussion in der Öffentlichkeit interessieren.

Wolfgang Klosterhalfen, 15.3.2011

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