Düsseldorfer Aufklärungsdienst

Am Montag (am Dienstag war wohl kein Saal zu kriegen) zelebrierte der Düsseldorfer Aufklärungsdienst seine zweite öffentliche Veranstaltung im düsseldorfer Zentrum für Aktion, Kunst und Kommunikation (zakk). Es versteht sich von selbst, dass die Rheinische Post, die penetrant jeden Gottesdienst, jeden theologischen Vortrag, jedes Gemeindefest und jedes Treffen eines Bibelkreises ankündigt, ihre ca. 1.2 Millionen Leser und Leserinnen über solch gottlose Aktivitäten lieber nicht informiert. Aber siehe, es geschah ein Wunder: die Westdeutsche Zeitung hat über die bildlich illustrierte Lesung des kölner Zeichners und Autors Ralf König (Kondom des Grauens, Der bewegte Mann) berichtet. Und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass diese Präsentation Herrn Stefan Kreidewolf von der WZ ziemlich gut gefallen hat. (Die WZ war mir schon mal sehr angenehm durch zwei kritische Hintergrundartikel zum Mythos „Ostern“ aufgefallen.) Teuflisch gut waren auch vor und nach der „Ralf-König-Show“ die fröhlich-dynamischen Stücke der electro pop band KITSCH CATS.

Schon die erste Veranstaltung des Düsseldorfer Aufklärungsdienstes (Ende des letzten Jahres) war sehr interessant. Da ging es um die Milliarden der Kirchen, und man erfuhr von dem Autor des Violettbuchs der Kirchenfinanzen, Dr. Carsten Frerk, dass die beiden großen Kirchen nicht nur jährlich 9 Mrd. Euro an Kirchensteuern einnehmen, sondern außerdem noch 19 Mrd. direkt und indirekt vom Staat, d.h. auch ungläubigen und andersgläubigen Steuerzahlern erhalten. Zum Beispiel stammen nur etwa 6 Mrd. der Kirchensteuern von den Mitgliedern der staatlich privilegierten Kirchen, die restlichen 3 Milliarden übernimmt das Finanzamt, indem es auf Steuern verzichtet (Abschreibung der gezahlten Kirchensteuer als Sonderausgabe). Außerdem bezahlt der Staat die Religionslehrer und kommt für die gesamten Kosten der theologischen Fakultäten auf. Auch die hohen Gehälter der meisten Bischöfe und von Kardinal Meisner dürfen die Atheisten mitbezahlen. Was kaum jemand weiß: an den Kosten von Caritas und Diakonie beteiligen sich die Kirchen mit jeweils nur knapp zwei Prozent. Bei den kirchlichen Kindergärten sind es im Schnitt zwölf Prozent, bei den „kirchlichen“ Krankenhäusern zahlen die Krankenkassen.

Der nächste Aufklärungsdienst soll wie sich das gehört an einem Dienstag stattfinden: 3. Mai, 20 Uhr, 8 bzw. 3 Euro. Es soll um Bekenntnisse vs. Erkenntnisse an düsseldorfer Schulen gehen. Und vermutlich wird ein gewisser Wolfgang Klosterhalfen wieder aus seiner Reimbibel vortragen.

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